Profilierte Ökumene im Alltag von Politik und Säkularisierung

Impulsvortrag Sommerfest der Evangelischen Akademie zu Berlin am 27.8.2017

I. Mitte der 2000-er Jahre, verehrte Festversammlung, hat Wolfgang Huber das markante Wort von der „Ökumene der Profile“ geprägt. Manche haben diese „Ökumene der Profile“ verstehen wollen als das neue programmatische Diktum für das Gespräch zwischen den christlichen Konfessionen und besonders für das Gespräch zwischen den Kirchen der Reformation und der katholischen Kirche unter dem Primat des Bischofs von Rom. Nicht mehr die Suche nach Konsens und Übereinstimmung wäre das Ziel ökumenischer Anstrengungen, sondern die Schärfung des eigenen Profils und damit die Profilierung von trennscharfen Abgrenzungen und befreienden Andersheiten. „Schluss mit dem Kuschelkurs“ hieß es – natürlich nicht in Richtung erneuerter kontroverstheologischer Kampfformationen, sondern nur in Richtung „versöhnter Verschiedenheit“, wie die angezielte friedliche Koexistenz zwischen den christlichen Kirchen nunmehr euphemistisch ‚gelabelt‘ wurde.

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Interview: Risiken der Eizellspende – Ungeklärte Folgeprobleme

Die Eizellspende ist in Deutschland verboten – aber immer mehr Paare fahren ins Ausland, um sich auf diesem Weg ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Theologe und Ethikrat-Mitglied Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl über Risiken und Probleme.

domradio.de: „Eizellspende im Ausland – Konsequenzen im Inland“ unter dieser Überschrift haben Sie gestern Abend eine Diskussionveranstaltung geleitet: Paare mit unerfülltem Kinderwunsch reisen ins Ausland, um dort eine hierzulande nicht erlaubte Eizellenspende entgegenzunehmen. Wie unterscheidet sich das eigentlich von einer auch bei uns legalen Samenspende?

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Interview: „Auf neue Formen reagieren“

Lob-Hüdepohl: Kirche sollte Thesen zum Abstammungsrecht sorgfältig diskutieren

Der katholische Theologe Andreas Lob-Hüdepohl hält es für problematisch, wenn in dem Abschlussbericht des „Arbeitskreises Abstammung“ nicht nur die biologische Abstammung eine Rolle spielt, sondern diese auch über die soziale Verantwortung hergeleitet wird. Im Exklusiv-Interview unserer Zeitung lobt das Mitglied des Deutschen Ethikrats jedoch ausdrücklich, dass der Arbeitskreis mit dem Bericht das Kindeswohl stärkt.

Herr Professor Lob-Hüdepohl, Justizminister Heiko Maas erklärte bei der Veröffentlichung des Abschlussberichts zum Abstammungsrecht, dass sich „die soziale Wirklichkeit der Familienmodelle verändert und unser Recht mit diesem Veränderungsprozess Schritt halten“ müsse. Sehen auch Sie die Notwendigkeit einer Reform?

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Arzneimittelforschung – Nichts an uns ohne uns!

Fremdnützige Arzneimittelforschung an nicht mehr einwilligungsfähigen Erwachsenen soll zukünftig dann erlaubt sein, wenn die Betroffenen in einer Patientenverfügung ausdrücklich Forschungen zugestimmt haben. Andreas Lob-Hüdepohl, Professor für Theologische Ethik, befürchtet, dass dies Vorboten für weitere Lockerungen sein könnten.

Keiner hat das Recht, medizinisch ohne uns über uns zu entscheiden. Dieses Selbstbestimmungsrecht gilt auch für alle Studien, in denen mit und an Menschen geforscht wird – egal, ob mit oder ohne körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung: „Nichts an uns ohne uns und unsere Zustimmung!“ Weiterlesen